Kongreß der FDP-Bundestagsfraktion am 08. Juli 2009 im Solarunternehmen Q-Cells, Thalheim
Am vergangenen Mittwoch fand der Energiekongreß der FDP Bundestagsfraktion beim weltgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells in Thalheim bei Bitterfeld statt. Vor ca. 140 Zuhörern gab es interessante Reden von Cornelia Pieper (MdB), Anton Milner (Vorstandsvorsitzender Q-Cells SE) und Prof. Dr. Eicke Weber (Leiter Fraunhofer-Institut) sowie eine überaus angeregte Podiumsdiskussion mit dem Publikum und den Gesprächsteilnehmern.

Die forschungspolitische Sprecherin der FDP Bundestagsfraktion CORNELIA PIEPER sagte in ihrer Eingangsrede: "Wir alle wissen, die Zukunft Deutschlands als Forschungs- und Wirtschaftsstandort und seiner Wohlstandsgesellschaft hängt im hohen Maße von einer Neuausrichtung der Energie- und Energieforschungspolitik ab. Nicht zuletzt geht es darum, unsere gesamte Energieversorgung auf die Zukunft einzustellen. Ein „weiter so!“ kann und darf es nicht geben. Die FDP hat ihre politische Arbeit auf dieses Ziel ausgerichtet, wovon die klaren Aussagen in unserem Deutschlandprogramm zeugen. Die Fakten sprechen für sich: Ein weltweit steigender Energiebedarf, bis 2050 wird er sich verfünffachen, ist schon aus Gründen des Klimaschutzes mit herkömmlichen Konzepten nicht mehr zu decken. Bereits 2030 werden die heutigen Entwicklungsländer mehr als die Hälfte des Weltenergieverbrauchs für sich beanspruchen. Wir alle wissen, den Klimawandel und die Reduzierung von selbst produzierten Treibhausgasen werden wir nur mit einer konsequenten Klima- und Energieforschungspolitik bestehen."
Die ausführlich Rede finden Sie
hier

ANTON MILNER stellte den Teilnehmern das Unternehmen
Q-Cells SE vor, welches 1999 auf der grünen Wiese in Thalheim gegründet, mit 4 Mitarbeitern und einem Startkapital von 60.000 Euro begann. Die damalige und auch heute noch aktuelle Mission lautet "Saubere Energie, für Alle, für Immer". Das Unternehmen ist inzwischen auf 2668 Mitarbeiter mit einem Umsatz von 1,25 Mrd. Euro gewachsen.

PROF. DR. EICKE WEBER sprach über die neuen Impulse für die Energieforschung: "Wir stehen vor der Herausforderung, unser globales Energiesystem fundamental umzustellen. Sonnenenergie ist die einzige Möglichkeit all unsere Energieprobleme zu lösen. Sonnenenergie ist der Garant dafür, dass wir Strom in Zukunft überhaupt noch bezahlen können. In den vergangenen drei Jahren hat Deutschland eine weltweite Spitzenstellung in dieser Technologie gewonnen. Das ist im Wesentlichen dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu verdanken, das die Einspeisung von Strom aus ökologischen Quellen und seine Vergütung regelt, übrigens nicht nur für Solarstrom. Dieses Gesetz hat einen sehr starken Inlandsmarkt für Photovoltaik geschaffen. Dadurch entstand eine Industrie, die heute im Weltvergleich ganz vorne steht. Wenn das deutsche Modell so weiter läuft wie bisher, erwarten wir in acht Jahren, dass Solarstrom billiger sein wird als Strom aus fossilen Kraftwerken. Dieser Zeitraum verkürzt sich, wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen, statt darüber zu debattieren, wie wir ihn behindern können. Ein Blick nach Osten sollte genügen: Japan hat vor drei Jahren seine Solarförderung eingestellt, seitdem stagniert dort die Branche. Das früher führende Land fiel zurück, wurde von Deutschland überholt. Ich wünsche mir, dass wir diese historische Chance nutzen."
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