Dienstag, 5. Februar 2008
 Es tut mir sehr leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe!
Ich hatte Probleme mit meiner Gastfamilie und konnte nicht wirklich von schoenen Dingen berichten und ich habe auch viel fuer die Schule gearbeitet bzw. gelernt!
Ich bin aber jetzt seit ca. 2 Wochen in einer anderen Gastfamilie und fuehle mich jetzt viel wohler als vorher!
Meine neue Gastfamilie ist sehr nett! Sie haben auch zwei Kinder etwa in meinem Alter, mit denen ich mich sehr gut verstehe! Wir hatten in den letzten Tagen sehr viel Spass zusammen! Sie zeigen auch viel Interesse an mir, meiner Familie, kulturellen Sachen von Deutschland, Deutsch und vor allem dem deutschen Essen! Und sie erzaehlen mir auch viel ueber ihre Familie, ihre Kindheit, wie sie sich kennengelernt haben, was sie zusammen erlebt haben, kulturelles und sprachliches ueber USA und noch viel mehr! Diese Familie gibt mir wirklich das Gefuehl in einer Familie zu sein, was ich hier schon lange vermisst habe! Die letzten Tage gingen dadurch wie im Flug vorbei! Aber ich finde, auch wenn es mir schlecht ging in der anderen Familie, habe ich auch damit Erfahrungen gesammelt!
In der Schule hat jetzt auch das neue Semester angefangen und ich habe neue Kurse!
Ich habe English (contemporary topics in literature), Sport (pysical education), Spanisch 2 fuer Fortgeschrittene, und Biologie 2! Letzte Woche hatte ich meine Pruefungen fuer die Kurse vom ersten Semester!
In Kochen brauchte ich nicht mitschreiben, da ich ein "A" (vergleichbar mit Note 2) hab und alle zwoelftklaessler damit nicht mitschreiben muessen (auf Englisch: "examed")! In Spanisch 1 hatte ich ueber 100% (ein "A+" = vergleichbar mit 1+) und war somit auch examed, habe aber freiwillig den Test fuer den Fortgeschrittene Kurs mitgeschrieben! Ich mag Sprachen - vor allem Spanisch und Englisch finde ich sehr interessant! In Mathe (pre-calculus) und Politik (american politics and economic system) habe ich auch die "finals" mitgeschrieben. Alle Pruefungen werden hier in jedem Fach als "multiple choice test" geschrieben, das heisst, dass ca 4 Antworten zu einer Frage vorgegeben sind und ich eine ankreuzen muss!
Diese Tests werden hier oft in der Schule benutzt! Die Ergebnisse fuer meine Tests habe ich noch nicht erfahren, bin aber schon sehr gespannt!
...das wars erst einmal, aber ich werde mich wieder melden!
Viele liebe Gruesse aus den USA!
Sarah
Mittwoch, 26. September 2007
Also am 30.8.07 (Donnerstag) ging es los... da brachten mich meine Eltern, mein Bruder Max Doriano und meine kleine Schwester Nele Mimi zum Flughafen Halle/Leipzig.
Der Abschied viel ein wenig schwer, vor allem von meinen zwei Geschwistern, denn immerhin sehen wir uns jetzt ja zehn Monate nicht!
Von Leipzig aus flog ich nach Frankfurt, wo ich in eine sehr grosse Maschine stieg...und ich hatte sogar einen Fensterplatz! Dann, auf dem Flughafen von Washington DC angekommen, musste ich ersteinmal neun ganze Stunden auf meinen naechsten Flug warten...laenger als der Flug dahin... Die Zeit ging aber eigentlich schnell vorbei, denn ich fand alles sehr aufregend...immerhin betrat ich das erste Mal amerikanischen Boden. Mein letzter Flug ging nach Philadelphia, wo mich mein Gastvater Simon mit dem Auto abholte. Nach etwa einer Stunde Autofahrt, kam ich um ca. 2:00 nach Mitternacht endlich an.
DER ERSTE EINDRUCK...Wow...das ist ja ein grosses Haus!
Ich ging dann ersteinmal schlafen. Und am naechsten Morgen lernte ich den Rest der Familie kennen. Die zwei kleinsten Gastschwestern Kate (5 Jahre alt) und Rebecca (7 Jahre alt) kamen am naechsten Morgen in mein Zimmer und begruessten mich gleich mit einer dicken Umarmung. Meine dritte Gastschwester heisst Stephanie und ist zehn Jahre alt und meine Gastmutter heisst Jan.
An meinem ersten Tag ist Simon dann gleich mit mir in meine Schule, Pennsbury High School, um mich anzumelden und einen Mathetest zu machen, um zu entscheiden, ob ich in die Junior-class (11.Klasse) oder Senior-class (12.Klasse) komme.
In der ersten Woche war ich mit meiner Gastfamilie in New Jersey baden, in einem Skulpturengarten, der sehr interessant war, auf einem Fest in Newtown, im Kino zum Film von den Simpsons (wow...ich habe sogar alles verstanden) und natuerlich shoppen in einer Shopping Mall. Die Tage waren sehr heiss...waehrend die Temperaturen in Deutschland sanken, waren es hier immernoch ungefaehr 40 Grad Celsius...
Ab und zu gibt es Besuch von Nachbarn. Die einen wohnen drei Haeuser weiter, ungefaehr 50 Meter. Und trotzdem sind sie mit dem Auto zu uns gefahren, das fand ich echt lustig. Strassenbahnen und Busse gibt es fuer innerhalb der Stadt nicht, man muss also immer mit dem Auto fahren bzw. gefahren werden.
SCHULE...
Am naechsten Donnerstag ging ich nochmal mit Simon in meine Schule, um meine Kurse zu waehlen.
Mein Stundenplan sieht so aus:
A-Period (1.Kurs) geht von 7:20 bis 8:51
B-Period (2.Kurs) geht von 8:59 bis 10:29
C-Period (3.Kurs) geht von 10:37 bis 11:37
dann habe ich Lunch (Pause) von 11:37 bis 12:07
und danach geht mein dritter Kurs weiter von 12:07 bis 12:37
D-Period (4.Kurs) geht von 12:45 bis 14:15
Und meine Kurse sind:
A-Period: culinary essential's (etwas mit Kochen)
B-Period: american politic and economic system (wie Wirtschaftsunterricht)
C-Period: spanish 1
D-Period: pre-calculus / honors (Mathe fuer Fortgeschrittene)
Und ich bin jetzt 'Senior'! Meine Schule ist sehr gross. Ca 3500 Schueler gehen auf sie und sie hat mehrere riesengrosse Sportplaetze. Ausserdem besteht meine Schule aus zwei Gebaeuden - East und West.
Meine A- und D-Period habe ich in East, die anderen zwei in West. Um zu dem jeweils anderen Gebaeude zu kommen fahren Schulbusse zwischen ihnen hin und her. Frueh werde ich auch immer von einem Schulbus abgeholt, um 6:25, beziehungsweise nach der Schule zurueckgebracht, um 14:20. Die Schulbusse sind echt cool - die sehen aus wie im Film...quietscheentengelb! Auch die Schule hat von innen den gleichen Stil, wie im Fernsehen...lauter Schliessfaecher.
Jeden Morgen um etwa 8:49 haben wir ein "Ritual" in der Schule - die "Pledge of Allegiance". Dabei schauen wir auf die amerikanische Flagge, welche in jedem Schulraum haengt, legen unsere rechte Hand aufs Herz und sprechen zusammen:
"I pledge allegiance"
"to the flag"
"of the United States of America"
"and to the Republic"
"for which it stands,"
"one Nation"
"under God,"
"indivisible,"
"with liberty and justice"
"for all."
Dann gibt es da noch einen "dress code" in der Schule, der ein paar Regeln hat, welche Klamotten in der Schule nicht erwuenscht sind. Zum Beispiel sollten meine Schultern nicht zu frei sein oder Roecke duerfen nicht kuerzer als bis zum Armende sein, usw. Letzte Woche habe ich Photos fuer das Schuljahrbuch machen lassen. Ich gehe hier sehr gerne in die Schule. Ich habe auch schon viele nette Leute kennengelernt und auch zu den Lehrern ein sehr gutes Verhaeltnis. Und ich verstehe fast alles, was die Lehrer sagen.
Mein Englisch hat sich meiner Meinung nach schon sehr verbessert, ich muss auch kaum mehr ueberlegen, bevor ich spreche. Beim telefonieren mit Familie oder Freunden passiert es sogar manchmal, dass ich aus Versehen Deutsch und Englisch gemischt spreche.
UND ZUM SCHLUSS NOCH MEIN ABENTEUERLICHSTES ERLEBNIS...
Am meinem ersten Schultag musste es ja unbedingt (das kann ja nur mir) passieren...
ICH HABE MEINEN SCHULBUS VERPASST... So...da stand ich nun da und fragte mich...Wie komme ich jetzt nach Hause? Zum Glueck sind hier aber alle Lehrer supernett, und haben extra fuer mich die Polizei bestellt, welche mich dann mit dem Polizeiauto (und ja...es sieht wirklich aus wie im Film) zu einer anderen Schule gefahren hat, wo ich einen anderen Schulbus nehmen konnte.
Ich fand es sehr interessant und als super Einstieg in mein High-School-Jahr in den USA.
Liebe Gruesse aus Amerika...und ihr werdet weiterhin von mir hoeren!
Sarah
Freitag, 24. August 2007
 Vor einem halben Jahr, am 14. Februar 2007, habe ich die tolle Nachricht erhalten: ICH BEKOMME DAS STIPENDIUM!
Und so fing alles an: Durch einen kleinen Artikel in der Zeitung, erfuhr ich von der Möglichkeit, mich für ein Stipendium für ein High School - Jahr in den USA zu bewerben. Nur ein Anruf, und die Unterlagen kamen August 2006 per Post nach Hause. Am 3. Oktober 2006 wurde ich dann nach Leipzig zu Auswahlgesprächen eingeladen. Hier musste ich ein Referat über ein aktuelles Thema halten und meine Englischkenntnisse unter Beweis stellen.
Jetzt war ersteinmal Bangen angesagt...
...KOMME ICH WEITER?
Das neue Jahr fing an und ich wurde immer aufgeregter...es war noch keine Absage da...aber auch keine Zusage... . Und dann kam der Brief - Frau Pieper wollte mich persönlich kennenlernen und unter den letzten drei Bewerbern entscheiden.
MEIN HERZ KLOPFTE...
Und dann war es soweit...ich saß Frau Pieper gegenüber und mir war heiß, obwohl gerademal Mitte Februar war. Wir tranken Kaffee und schnatterten miteinander. Vorher dachte ich immer Abgeordete sind ziemlich geschäftlich. Ich habe aber durch ihre nette, natürliche Art meine Meinung geändert und schnell meine Angst verloren.
FÜR WEN WÜRDE SIE SICH WOHL ENTSCHEIDEN? Meine kleine Schwester hatte am 14. Februar 2007 ihren ersten Geburtstag. Und da kam der Anruf... FRAU PIEPER HAT SICH FÜR MICH ENTSCHIEDEN!
Ich weinte vor Freude und konnte es garnicht fassen. Ich bin Frau Pieper sehr dankbar, da ohne das Stipendium ein USA-High-School-Jahr finanziell nicht möglich gewesen wäre. Jetzt musste natürlich alles schnell gehen...Formulare, Artztbesuche, Visum beantragen...
...UND WER WIRD MEINE GASTFAMILIE? Im Mai nahm ich dann bei einem Vorbereitungsseminar für eine Woche in Berlin teil. Dort erhielt ich auch die Nachricht über meine Gastfamilie. WO KOMME ICH HIN?
Ich hatte schon Telefon- und E-Mail-Kontakt mit ihnen. Meine Gasteltern sind sehr nett und ich habe auch 3 kleine Gastschwestern. Sie wohnen in Pennsylvania in der Stadt Newtown, welche nur ungefähr eine Stunde von New York entfernt ist!
Jetzt, circa ein Jahr nachdem ich mich beworben habe, sind es nur noch 6 Tage bis zum Abflug. Ich freue mich schon richtig doll!
Liebe Grüße, Sarah
Freitag, 17. August 2007
Die Sommerferien fallen für die 17-jährige Sarah Keil aus Halle dieses Jahr ein wenig kürzer aus. Bereits am 30. August wird die Schülerin von der Kooperativen Gesamtschule "Wilhelm von Humboldt" in die USA nach Newtown (Staat Pennsylvania) fliegen. Sarah Keil freut sich schon sehr auf ihren einjährigen Aufenthalt in den USA. Möglich wird der durch ein Stipendium des Bundes, das die Bundestagsabgeordnete Cornelia Pieper vermittelte.
In den USA war Sarah bislang noch nicht. „Meine Eltern hätten mir den Auslandsaufenthalt nicht finanzieren können. Deshalb bin ich froh, das Stipendium bekommen zu haben und bald Amerika kennenzulernen.“ Ein wenig Wehmut hat Sarah natürlich doch, trotz der Vorfreude. Für einige Monate getrennt von Eltern, Geschwistern und Freunden - da werden zum Abschied einige Tränen kullern und besonders die erste Zeit die Elektronische Post fleissig zwischen den Staaten und Halle bemüht werden. Sarah Keil hat per Email bereits Kontakt mit Ihrer Gastfamilie aufgenommen - sie sind sehr nett.
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm - kurz PPP genannt - wurde 1983 aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums der ersten Auswanderung Deutscher nach Amerika gemeinsam vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA ins Leben gerufen. Dieses Austauschprogramm ermöglicht jährlich jeweils ca. 350 deutschen und amerikanischen Jugendlichen einen einjährigen Aufenthalt im Gastland. Eine Besonderheit des Programms ist, dass Abgeordnete des Deutschen Bundestages eine Patenschaft für jeden deutschen und jeden amerikanischen Jugendlichen übernehmen. Dadurch unterscheidet es sich wesentlich von anderen Austauschprogrammen. Im Programmjahr 2007/2008 werden auf deutscher Seite 360 Stipendiaten (285 Schüler und 75 junge Berufstätige) und auf amerikanischer Seite 350 Stipendiaten (250 Schüler, 75 junge Berufstätige und 25 Absolventen einer Vocational High School) teilnehmen.
Weitere Infos zum Parlamentarisches Patenschafts-Programm
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