Friedrich Fröbel war der Debatte um die PISA-Studie um gut 160 Jahre voraus
Der Debatte um die PISA-Studie war Friedrich Fröbel um gut 160 Jahre voraus, als er den Kindergarten erfand - eine pädagogische Revolution, die weltweit Beachtung fand. Denn der Thüringer hatte wohl als einer der ersten erkannt, dass Bildung in den frühen Kinderjahren beginnt. Sein Konzept vom Kindergarten ist ein Welterfolg geworden, und der Begriff findet sich in zahlreichen Sprachen wieder. Am 21. April vor 225 Jahren wurde Friedrich Fröbel in Oberweißbach im Thüringer Wald geboren.
In Deutschland besuchen heute neun von zehn Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren eine Tagesbetreuung, so eine vorläufige Berechnung des Statistischen Bundesamtes. Bei den unter Dreijährigen liegt der Anteil bei gut 13 Prozent. Doch Fröbel ging es nicht allein um eine Betreuung der Kinder, sondern vielmehr darum, sie frühzeitig zu fördern. Denn Betreuungseinrichtungen wie die so genannten Verwahranstalten hat es schon vor Fröbel gegeben.
Sein pädagogisches Engagement geht auf Erfahrungen aus der eigenen Kindheit zurück. «Frühe erhielt ich die Weihe des schmerz- und druckvollsten Lebenskampfes, und Unnatur und eine mangelhafte Erziehung übten ihren Einfluss auf mich aus», resümierte Fröbel über seine Kinderjahre. Die Mutter war neun Monate nach seiner Geburt gestorben, und er wuchs ohne mütterliche Liebe auf. Sein Vater, ein Pfarrer, scheiterte dabei, ihn zu unterrichten und schickte den Knaben als einzigen Jungen auf die örtliche Mädchenschule.
Unter dem Einfluss des Sozialreformers Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) ergriff Fröbel den Beruf des Lehrers und Erziehers. Dabei erkannte er, dass das Fundament der Bildung in der frühen Kindheit gelegt wird und wendete sich der Kleinkinderziehung zu.
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Fröbel-Museum