Zur wiederholten Verschiebung eines Finanzierungskonzeptes für den Krippenausbau und der Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindetages nach einer Beteiligung des Bundes bei der Finanzierung:
„Frühkindliche Bildung und Betreuung ist eine wesentliche familienpolitische Aufgabe, mit der die Kommunen und die Länder nicht alleine gelassen werden dürfen. Umso enttäuschender ist es, dass Kanzlerin Merkel die Finanzierung für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren jetzt wieder von der Tagesordnung des Koalitionsausschusses gestrichen hat. Nach dem Denkverbot über mögliche Steuersenkungen für Bundeswirtschaftsminister Glos, spricht Angela Merkel erneut ein Machtwort zu Lasten der Bürger und Familien in Deutschland.
Die FDP hat bereits ein Finanzierungskonzept für den geplanten Ausbau der Kindertagesbetreuung vorgelegt. Um den Finanzierungsbedarf der Kommunen zu decken, soll eine Korrektur beim Umsatzsteueraufkommen erfolgen. Der bisherige Anteil der Gemeinden an der Umsatzsteuer soll von derzeit 2,2 auf 3,2 Prozent erhöht werden. Dies entspricht einem Finanzierungsvolumen von rund 1,5 Mrd. Euro. Damit ist die Finanzierungsgrundlage für einen schnellen und flexiblen Ausbau der Kinder-betreuung für die Kinder unter drei Jahren gewährleistet.
Um die Qualität der Einrichtungen zu verbessern und einen echten Wettbewerb zwischen den verschiedenen Angeboten auch in der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu ermöglichen, muss der Übergang von der Objekt- zur Subjektförderung, also von der Förderung der Einrichtungen hin zur Förderung der Kinder endlich bundesweit angegangen werden. Zu diesem Zweck sollte der Bund Bildungsgutscheinen für die frühkindliche Bildung und Betreuung einführen. Bildungsgutscheine in Form von Krippen- und Kindergartengutscheinen, die als familienpolitische Leistung den Eltern gewährt werden, sind sinnvoller als Leistungen nach dem Gießkannenprinzip. Solche Gutscheine können nach Wahl der Eltern bei Krippen, Kindertagesstätten oder auch für die Tagespflege eingelöst werden.“