„Die Bücherverbrennung in Pretzien ist eine rechtsextremistische Tat, die keinerlei Tolerierung erlaubt. Was diesem kleinen Elbedorf passiert ist, darf eine demokratische Gesellschaft unter keinen Umständen akzeptieren bzw. ignorieren.“
In Pretzien waren bei einer Veranstaltung des Vereins "Heimat Bund Ostelbien" eine amerikanische Flagge und ein Exemplar des Tagesbuchs der Anne Frank öffentlich verbrannt worden. Der Verein wurde schon im Verfassungsschutzbericht 2000 als Tarnorganisation einer Skinhead-Kameradschaft bezeichnet, die u.a. Sonnwendfeiern organisiert. Bürgermeister Harwig rechtfertigt die Zusammenarbeit mit dem Verein als Versuch, rechtsradikale Jugendliche in das Gemeindeleben zu integrieren. Der Vorgang in Pretzien ist erschreckend. Öffentliche Flaggen- und Bücherverbrennungen gehören eindeutig zu den Nazi-Ritualien der Volksverhetzung. Das dürfen wir nicht tolerieren.
Ich wünsche mir eine politische Aufarbeitung und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. Aktionismus direkt danach genügt nicht, wir alle müssen alles tun um an die Menschen ranzukommen. Die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt mit ihren Veranstaltungen und Seminaren oder das Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt sind wichtige Bestandteile, für den langen Atem den wir bei diesem Thema benötigen. Denn nur mit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung können wir das Ziel erreichen. Dafür müssen mehr Prioritäten im Landeshaushalt gesetzt werden, heißt mehr Investitionen in die Köpfe. Politische Bildung mit der Auseinandersetzung des Extremismus muß verstärkt werden.
Zur kritischen Diskussion über die Ereignisse in Pretzien lade ich ausdrücklich ein. Ein Beispiel ist dieser Brief eines jungen Mannes aus Halle.
Brief-an-Anne.doc