
Der FDP-Bundesvorsitzender Guido Westerwelle sprach am Montag (25.05.2009) auf den 31. Halleschen Wirtschaftsgesprächen in den Franckeschen Stiftungen. Er sprach zum Thema "Was Deutschland jetzt braucht". Westerwelle: "Wovon wollen wir in 20 Jahren leben, wenn wir heute ohne wirkliche Not solche Schulden aufnehmen? Wer in diesen Wochen laut genug schreit, bekommt finanzielle Unterstützung vom Staat. Aber das 30 Millionen Arbeitsplätze vom Mittelstand abgesichert werden, interessiert die Große Koalition nicht. Vor 20 Jahren hätten wir doch nie gedacht, dass heute China uns von Platz 3 der Wirtschaftsmächte verdrängt. Die große Koalition in Berlin verpasst die Chancen die eine Krise bietet. Wie sagte erst kürzlich Hillary Clinton 'Verpasse niemals die Chancen der Krise'. Deutschland ist auf dem besten Wege dies zu tun. Es ist mein erklärtes Ziel dies ab Herbst diesen Jahres zu ändern. Anstatt in die Zukunft zu investieren, zahlt die Große Koalition Abfrackprämien für Altautos. Wir haben aber nur das Gold in unseren Köpfen, dafür müssen wir viel mehr investieren als wir bisher tun. Russland kann Gas verkaufen, wenn auch mit einem bemerkenswerten Gasmann, aber wir haben nur die Ideen und Kreativität unserer Menschen. Es gibt auch eine Zeit nach der Krise, dass dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Wir Liberalen haben den Anspruch die besten Schulen und Universitäten der Welt haben zu wollen. Keiner sollte sich diesem Anspruch verwehren."
Veranstalter war das Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung der Universität Halle, kurz ifu genannt. Zu den Teilnehmern der seit 15 Jahren bestehenden Gesprächsreihe gehörten Wissenschaftler ebenso wie Studenten und interessierte Hallenser. Die Liste der bisherigen Redner umfasste Politiker wie Otto Graf Lambsdorff, Dr. Günter Rexroth und natürlich Dr. Hans-Dietrich Genscher sowie Experten aus der Wirtschaft.