Rede auf dem Europaparteitag in Berlin am 17. Januar 2009

„Europa braucht eine starke Mitte, Europa braucht starke Freidemokraten“ lautete die zentrale Forderung von FDP-Parteivize Cornelia Pieper auf dem Europaparteitag der Liberalen in Berlin. In ihrem Grußwort begrüßte sie die Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahlen, Silvana Koch-Mehrin, als „Jeanne d’Arc Europas“. Sie sei eine „Powerfrau“ und ideal für den Posten der Spitzenkandidatin. Pieper unterstrich, dass die Liberalen „gut ausgerüstet“ in das Superwahljahr 2009 gingen.
„Europa und die Deutsche Einheit sind nicht voneinander zu trennen“, betonte Pieper und erinnerte an das Jahr 1989, als mutige ostdeutsche Bürger für den Fall der Mauer gekämpft hatten. Die Liberalen hätten sich immer für die Einheit eingesetzt ,,auch in Zeiten als diese Forderung als unpopulär galt“, betonte Pieper. Nun gelte es zu verhindern, dass die Linke Regierungsverantwortung übernehme, da sie die Geschichte verkläre und die Teilung zurückhaben wollte. „Wir haben nicht für die Einheit gekämpft, damit die Linken wieder das Land regieren“, mahnte die Liberale.
Pieper betonte, dass die FDP Politik für die Menschen mache und nicht einer Ideologie zuliebe, wie es die übrigen Parteien täten. Angesichts von 20 Steuererhöhungen, einem Gesundheitsfonds, das ein „bürokratisches Monster“ sei und einer Politik die „weniger Netto vom Brutto“ lasse, brauche das Land „einen neuen Start und frischen Wind“. Leistung müsse sich wieder lohnen, forderte die Liberale und kritisierte, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Mittelstand vergessen habe. Man brauche weder den „Marx von Müntefering noch den Murks von Merkel“, sondern Leistungs- und Chancengerechtigkeit. Bildung und soziale Gerechtigkeit seien die Schlüsselbegriffe für ein verantwortungsvolles Leben, so Pieper.
Die Liberale hob die Bildung als zentrales Thema für das 21. Jahrhundert hervor. Sie monierte, dass durch das Konjunkturprogramm die Bundesregierung in Schulbauten, statt in die Lehre investiere. Es gelte aber „das Gold in den Köpfen zu heben statt in Beton“ zu investieren. Pieper bezweifelte, ob die Regierung überhaupt noch in der Lage sei, die Zukunft zu gestalten. Daher forderte die FDP-Politikerin einen Neustart mit einer starken Vertretung der FDP in Europa, dem Bund und den Ländern. „Je stärker die FDP, desto besser für Deutschland“.
Mit einem Zitat des Schriftstellers Erich Kästner „Es gibtnichts Gutes, außer man tut es“, schloss FDP-Parteivize Pieper ihre Eröffnungsrede und wünschte sich für die kommenden Europawahlen „eine doppelt so starke Mannschaft für die FDP in Europa als bisher“.