
Erwartungsgemäß haben CDU/CSU und SPD geschlossen gegen die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem 1. Kilometer gestimmt. Auch Christoph Bergner (CDU) und Christel Riemann-Hanewinkel (SPD) machten da keine Ausnahme, obwohl sie die Situation der Pendler sehr genau kennen sollten. Nehmen doch sehr viele Sachsen-Anhalter täglich einen langen Arbeitsweg in Kauf. Der Antrag wurde von der Fraktion Die Linke gestellt und der Termin war ganz bewußt gewählt, hatte sich doch gerade die CSU in den vergangengen Wochen und Monaten für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale stark gemacht. Doch in der CSU-Führung, die genau mit diesem Thema bei unzähligen Veranstaltungen punkten will, stieß das Ansinnen der Linksfraktion von vornherein auf strikte Gegenwehr. Die Begründung: "Politikspektakel der Linken und gemäß den Spielregeln in der Koalition wird der Antrag abgelehnt".
Eine Namentliche Abstimmung zum Antrag "
Entfernungspauschale sofort vollständig anerkennen - Verfassungsmäßigkeit und Steuergerechtigkeit herstellen", so lautete der eingebrachte Antrag der Linken, der gestern auf der Tagesordnung im Deutschen Bundestag stand.
Ich habe mit meiner Fraktion geschlossen dafür gestimmt, dass die Pendlerpauschale wieder ab dem 1. Kilometer gezahlt wird. Der Staat verlangt von seinen nach Arbeit suchenden Bürgern Mobilität und Flexibilität. Gleichzeitig aber wird die Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Arbeitplatz erst ab dem 20. Kilometer anerkannt. Das passt nicht zusammen, wenn sich Arbeit noch lohnen soll. Jeder Pendler ist bereit, für den langen Arbeitsweg Freizeit zu opfern. Zur ‚Belohnung’ dafür wird er mehr und mehr mit den Kosten für die Bewältigung dieses Arbeitswegs allein gelassen. Seit Einführung der Neureglung der Entfernungspauschale am 1. Januar 2007 sind die Kraftstoffpreise rasant gestiegen. Und hier muss erwähnt werden, dass die zu über 50 Prozent aus Steuern bestehen. Es wäre also nur fair, wenn die Arbeitnehmer die Pendlerpauschale wieder ab dem 1. Kilometer geltend machen könnten. Der Staat würde dann durch die Pendler immer noch genug Geld in die Kassen bekommen.