
"Die FDP unterstützt die CDU-Forderung nach Sonderwirtschaftszonen in Ostdeutschland. Insbesondere müssten bundesrechtliche Regelungen im Bautarif und Öffnungsklauseln beim Arbeitsrecht geschaffen werden, sagte die stellvertretende FDP-Vorsitzende Cornelia Pieper am Montag in Berlin. Diese Flexibilität sei besonders wichtig, um einen sich selbst tragenden Aufschwung in den östlichen Bundesländern zu erreichen.
Pieper warf dem für den Aufbau Ost zuständigen Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) versagen auf der ganzen Linie vor. Von ihm habe es in den vergangenen drei Jahren seiner Amtszeit keinerlei dauerhafte Initiativen für den Aufbau Ost gegeben. Dagegen verhinderten die von der Bundesregierung beschlossenen Steuererhöhungen insbesondere den wirtschaftlichen Aufbau im Osten.
Eine Verlängerung der 2009 auslaufenden Investitionszulage lehnte Pieper ab. Es müsse eine zielgenauere Förderpolitik geben und nicht wie bislang nach dem Gießkannenprinzip. Ferner verlangte sie ein «Niedrigsteuergebiet Gesamtdeutschland» mit einem Drei-Stufen-Tarif. Durch eine Absenkung von Mehrwert- oder Ökosteuer müssten zudem die Energie- und Spritpreise gesenkt werden."
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Pieper kritisiert Politik der Koalition - Forschung und Entwicklung zu fördern, ist nicht neu
Die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Cornelia Pieper, hat der Großen Koalition Untätigkeit und Versagen hinsichtlich des Aufbaus Ost vorgeworfen. "Ich frage mich, was die in den letzten drei Jahren gemacht haben", sagte Pieper der "Mitteldeutschen Zeitung". Die jüngst von SPD und CDU angekündigten Programme enthielten lediglich Altbekanntes in neuem Gewand.
"Natürlich muss man Forschung und Entwicklung fördern und auch die Stärkung von Wachstumsregionen, aber das ist nicht neu. Geschehen ist konkret nichts", sagte Pieper weiter. Dies gelte auch mit Blick auf Forderungen der Liberalen nach Großforschungseinrichtungen in den ostdeutschen Ländern sowie der Einrichtung von Modellregionen, in denen Bürokratie- und Arbeitsmarktregelungen zeitweise zugunsten des Wirtschaftswachstums außer Kraft gesetzt werden könnten.
Hintergrund der Kritik sind Maßnahmen, die Union und SPD in diesen Tagen ankündigten. Der für den Aufbau Ost zuständige Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte neben der Fortentwicklung der bisherigen Förderprogramme die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro als Teil des Aufbau-Ost-Programms gefordert und war dafür von der Union scharf attackiert worden.
Die CDU ihrerseits wird heute auf einer Präsidiumssitzung in Halle ein Zehn-Punkte-Programm zum Aufbau Ost verabschieden, das sich abgesehen vom Mindestlohn nicht wesentlich von den SPD-Vorschlägen unterscheidet. Pieper kritisierte, die Ankündigungen enthielten keine Schwerpunkte. "Ich fordere von der Kanzlerin und der Regierungskoalition Modellregionen für die neuen Länder, die ein Abweichen von bundesrechtlichen Vorschriften im Arbeitsmarkt, Bau- und Tarifrecht ermöglichen. Wir müssen schneller sein als andere, um am Tempo von Baden-Württemberg und Bayern anzuschließen", sagte Pieper.
-> Zehn-Punkte-Programm der FDP für den Aufbau Ost