Ich fordere die Bundesregierung auf, den Eiertanz um das Biomasseforschungszentrum endlich zu beenden. Die Entscheidung über den Standort eines deutschen Biomassenforschungszentrums ist längst überfällig. Nun scheinen die Ereignisse sich zu überschlagen. Der Aufbau-Ost-Minister WOLFGANG TIEFENSEE (SPD) ist schon mal mit der Standortentscheidung Leipzig vorgeprescht obwohl Bundeslandwirtschaftsminister HORST SEEHOFER (CSU) eigentlich zuständig, aber nicht entscheidungsfreudig ist. Bundesforschungsministerin ANNETTE SCHAVAN (CDU) lässt verkünden, dass diese Einrichtung in die Helmholtz-Gemeinschaft integriert und teilweise auch finanziert werden soll. Und zuguterletzt will auch Bundesumweltminister SIGMAR GABRIEL (SPD) einen Beitrag zur finanziellen Ausstattung leisten. Eigentlich hatte die Bundesregierung ein Großforschungszentrum in den Neuen Bundesländern angekündigt. Aber statt eines Elefanten wird wohl eher eine Maus geboren.
Natürlich freue ich mich über eine sich abzeichnende Standortentscheidung für Mitteldeutschland, aber es ging um ein Forschungscluster. Die Bundesregierung, insbesondere der Aufbau-Ost-Minister TIEFENSEE ist aufgefordert über die Stadtgrenzen von Leipzig hinaus zudenken. In Mitteldeutschland findet der Bund die geballte wissenschaftliche Kompetenz für ein solches Forschungszentrum. Die Biomasseforschung muß in einem nationalen Forschungszentrum, was nicht nur die Kompetenzen in Leipzig mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig/Halle (UFZ) und dem Institut für Energetik und Umwelt Leipzig betrifft, sondern auch mit der Martin-Luther-Universität Halle und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben gebündelt werden. Dieses mitteldeutsche Forschungscluster kann damit international eine Führungsrolle in der Biomasseforschung übernehmen. Die FDP-Bundestagsfraktion hat hierzu in dieser Woche einen Antrag im Deutschen Bundestag gestellt.