
Deutschland schickt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg Soldaten in einen bewaffneten Einsatz im Nahen Osten. Der Bundestag billigte am Mittwoch (20.09.2006) in Berlin mit großer Mehrheit den Antrag der Bundesregierung zur Beteiligung an der UN-Friedenstruppe im Libanon. In namentlicher Abstimmung votierten 442 Abgeordnete für den Antrag. 152 Parlamentarier stimmten dagegen, 5 enthielten sich. Während SPD, CDU und Grüne für den Einsatz plädieren, hat die FDP-Fraktion mit großer Mehrheit dagegen gestimmt.
"Ich denke, dass schon vor dem Hintergrund unserer deutschen Geschichte die Frage beantwortet werden muss: Ist es wirklich klug, bewaffnete deutsche Soldaten in den Nahen Osten zu schicken? Und da sage ich gemeinsam mit den früheren Außenministern Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher Nein." Insbesondere die Frage der Entwaffnung der Hisbollah ist auch weiter ungeklärt. Wenig sinnvoll ist beispielsweise, wenn die deutsche Marine Waffenschmugglerschiffe aufgebracht hat und diese dann lediglich zurückschicken darf, statt die Waffen zu konfiszieren. Ein Einsatz kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn auch die Entwaffnung der Hisbollah geklärt ist. Das sind alles auch noch neben dem grundsätzlichen Bedenken Gründe, warum ich dem Einsatz nicht zugestimmt habe."