STIPPVISITE Einen Tag nimmt sich die Vize-Bundesvorsitzende der FDP Zeit, die Uckermark kennenzulernen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
PRENZLAU. "Wir brauchen gut ausgebildete, junge Frauen. Frauen-Power – die Kanzlerin macht es vor", scherzte gestern die Vizebundesvorsitzende der FDP, Cornelia Pieper, bei ihrer Stippvisite im Kinder-Service-Zentrum des Vereins Aussicht Uckermark e.V. Von Diana Lange hatte das Bundestagsmitglied wissen wollen, wie sich die 15-Jährige ihre Zukunft vorstelle. Sie komme jetzt in die neunte Klasse an der Philipp-Hackert- Oberschule, erklärte diese. So genau wisse sie noch nicht, wohin der berufliche Weg sie führen werde; vielleicht in die künstlerische Richtung?
Einen ganzen Tag hatte sich Cornelia Pieper für die Uckermark Zeit genommen, begleitet vom FDP-Kreisvorsitzenden Andreas Büttner. Zu ihren Stationen gehörten in Prenzlau auch das "Tintenhaus" von Ronny Klein sowie der FDP-Infostand in der Fußgängerzone Friedrichstraße. Der Nachmittag galt einem Besuch der Passower Kita sowie einem Gespräch mit Unternehmern der Region im Investor Center Uckermark GmbH in Schwedt.
Im Kinder-Service-Zentrum des Aussicht Uckermark e.V. zeigte die Bundespolitikerin, die sich in Ausschüssen mit Bildungs- und sozialpolitischen Fragen beschäftigt, besonders Interesse für den Bildungsweg von Diana und ihren Geschwistern. Denn die Eltern Anke und Thomas sind langzeitarbeitslos beziehungsweise erwerbsunfähig. Bei vier Kindern bleibe nicht viel Spielraum für Wünsche, machte Anke Lange mit ihrem Jüngsten, Marlon, auf dem Arm, deutlich. "Es ist wichtig, dass ihre Kinder dieselben Chancen erhalten, wie die Kinder von Eltern, die in Arbeit stehen", betonte Cornelia Pieper.
Familie Lange gehört zu den regelmäßigen Besuchern des Kinder-Service-Zentrums im Turmcarree; nutzt die Kleiderkammer "Lämmchen", findet Spielzeug und Möglichkeit zu Gesprächen. Projektleiterin Marion Deniz lobt das Engagement der Familie, die noch nicht lange in der Kreisstadt lebt. "Die Eltern bemühen sich sehr um ihre Sprösslinge und versuchen ihnen trotz finanzieller Enge vieles zu bieten." Die 15-jährige Diana und ihr 10-jähriger Bruder Michael sind zum Beispiel begeistert beim THW dabei. Fürs Reitenlernen, von dem Jessica träumt, reicht es leider nicht mehr. "Uns würde es sehr helfen, wenn das Kindergeld beim Hartz IV nicht mehr angerechnet würde", sagt Thomas Lange. Und Marion Deniz wünscht sich, dass Politiker bei Besuchen die Probleme der Region nicht nur mitnehmen, sondern auch Rahmenbedingungen zur Lösung schaffen.
Quelle: Uckermarkkurier vom 21.07.2009, Autor und Foto: Monika Strehlow