
Besser hätte die Lokalität am Sonntag den 12.07., gar nicht gewählt werden können, in die die FDP-Bundestagsfraktion zu ihrem 49. Kulturfrühstück einlud. Gäste, Referenten und Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren begeistert vom Ambiente des gotischen Gewölbes in der Moritzburg. Dr. Katja Schneider, Direktorin der Stiftung Moritzburg, wurde von allen Seiten bestätigt, dass es in Deutschland kaum einen attraktiveren Ort gibt, um Kunstwerke zu präsentieren. Es war ein ungewöhnlicher Sonntagmorgen, zu dem die FDP Bundestagsfraktion geladen hatte. Mit dem bundesweit 49. Kulturfrühstück wollen die Liberalen einerseits für ihr Engagement in Berlin werben, zugleich aber auch von Problemen vor Ort erfahren.
Die Gäste des Frühstücks wurden musikalisch von Piano und Saxofon begleitet, bevor das offizielle Programm begann. Schon zum 2. Mal wurde Halle für dieses Event ausgewählt, vor einigen Jahren gab es Gleiches im Steintorvariete. Nachdem Cornelia Pieper, MdB, die Gäste auf die Thematik einstimmte, von der kulturelle Vielfalt ihrer Heimatstadt schwärmte und auf den Standort Halle der Kulturstiftung hinwies,

hielt Parteifreund Hans-Joachim-Otto, MdB und Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien eine enthusiastische Rede über die Bedeutung der Kultur für Deutschland an sich und für die junge Generation im besonderen. So beklagte er z.B. den hohen Ausfall von Musikunterricht an den Schulen.
Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Andreas Hillger, Kulturredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, geleitet. Dr. Katja Schneider brachte ihre Freude über den gelungenen Erweiterungsbau der Moritzburg zum Ausdruck, der auch in überregionalen Medien gelobt wurde. Ein weiterer Grund zur Freude ist die Rückkehr des Gemäldes „Roter Turm I“ von Lyonel Feininger, das lange als verschollen galt. Auch Probleme bei der Rückführung enteigneter Gemälde wurden angesprochen.

Ein weiterer Teilnehmer der Podiumsdiskussion war Johann Michael Möller, der sich als MDR-Hörfunkdirektor mit Hans-Joachim Otto einen Schlagabtausch zum Thema Verantwortung der Medien bei der kulturellen Bildung lieferte. In wieweit soll sich ein staatlich finanzierter Rundfunksender dem Publikumsgeschmack anpassen, welchen Bildungsauftrag hat er, warum wird für Rechte an Fußballspielen soviel Geld ausgegeben, Fragen denen die Zuhörer interessiert lauschten.
Auch die überregional bekannte Sängerin Eva-Maria-Pickert nahm an der Diskussion teil. Sie wünschte sich mehr Beachtung für die deutschsprachigen Künstler und zeigte, dass sie nicht nur das Schlagerfach beherrscht, sondern auch Jazz und Händelthemen. Angefangen hat ihre musikalische Entwicklung im Chor der Huttenschule Halle.
Ein großer Teil der Teilnehmer ließ sich im Anschluss von der Direktorin der Moritzburgstiftung durch die z. Z. laufende Feininger Ausstellung, die sich vor allem seiner Zeit in Amerika widmet, führen. Das Gemälde „Roter Turm I“, das im restaurierten Teil der Moritzburg einen würdigen Platz gefunden hat, wurde natürlich auch vorgestellt.