Die Gäste des gestrigen „5. Tages der Technik“ in der Granseer Werner-von-Siemens-Oberschule waren so des Lobes voll, dass Schulleiter Reinhard Witzlau gelegentlich sogar etwas rot wurde. „Wenn ich die Granseer Schule mit den anderen 100 Bildungseinrichtungen vergleichen sollte, denen die Siemens-Stiftung gleichfalls Wetterstationen zukommen ließ, dann wäre sie ganz oben bei 99“, sagte Werner Busch. Das Ziel der Siemens-Stiftung, so deren Bildungsbeauftragter, sei hier voll erreicht worden. Den Kindern würden Bildung und Technik in einer beispielhaften Art und Weise beigebracht, sogar abgestimmt auf die Interessen der einzelnen Schüler. „Wir haben unser Geld richtig vergeben.“

Bewunderung äußerte auch die Bundestagabgeordnete der FDP, Cornelia Pieper. Als Gast des gestrigen Techniktages und Vize-Vorsitzende des Bildungsausschusses des Deutschen Bundestages sagte sie nach einem Schulrundgang: „Das Engagement der Lehrer dieser Schule ist beispielhaft.“ Man könne von einer individuellen Förderung eines jeden Schülers sprechen, und das sei wichtiger als diese ewigen Schulformdiskussionen. Dennoch aber plädiere sie für bundesweit vergleichbare Bildungsstandards. Den Schulen gönne sie ganz generell mehr Eigenverantwortung und zeigte sich traurig, dass Mädchen meist weniger Lust an Technik hätten als die Jungs.
Mit Hilfe der von der Siemens-Stiftung einschließlich Software übergebenen Wetterstation lassen sich von den Schülern vor Ort alle Wetterdaten wie Temperatur, Wind oder Luftdruck ermitteln. Dabei geben die Sensoren die Werte alle zehn Minuten an den Rechner. Von „praktischem Lernen“ unter dem Motto „Klimawandel und Schule“ war die Rede. Künftig sollen die Daten als lokales Wetterbild auch auf der Internetseite des Amtes Gransee auftauchen, was Amtsdirektor Frank Stege ausdrücklich begrüßte.
Doch trotz aller Erfolge in der Berufsvorbereitung seiner Schüler erklärte Schulleiter Reinhard Witzlau unverhofft: „Im Vorjahr hatten 70 Prozent unserer Abgänger vor Schuljahresabschluss einen Lehrvertrag in der Tasche, in diesem Jahr sind es 53 Prozent.“ Und er fragte laut: „Was können wir bloß noch tun?“ Im kommenden Jahr stärker mit den Eltern kooperieren, gab er selbst als Antwort, während ihm seine Gäste aber versicherten, dass er auf dem richtigen Weg sei.
Quelle: Märkische Allgemeine von Wolfgang Gerth