
…lautete das Motto des Parlamentarischen Abends der Leibniz-Gemeinschaft, der am 16. Juni in Berlin stattfand. Die Veranstaltung zeigte, wie Ideen und Innovationen aus der Leibniz-Gemeinschaft neue Unternehmen, Arbeitsplätze und Produkte schaffen. Dazu präsentierten sich im dbb-Forum 18 Firmen, die aus Leibniz-Einrichtungen ausgegründet wurden oder aus Joint Ventures entstanden sowie Projekte, die sich gerade auf den Gang an den Markt vorbereiten.

Zu Beginn führte ein Podiumsgespräch unter der Überschrift "Wie aus Wissen Werte werden" in die Thematik des Abends ein. Dabei beklagte BMBF-Staatssekretär Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, dass das Gründungsgeschehen in Deutschland noch nicht die Dynamik entwickelt habe, wie dies etwa in den USA oder Großbritannien der Fall sei. Dabei gebe es nicht nur Kontaktschwierigkeiten der Wissenschaft zur Wirtschaft, sondern auch durchaus Bedarf für mehr Offenheit und Unbefangenheit der Wirtschaft in Richtung der Wissenschaft. Der Präsidiumsbeauftragte der Leibniz-Gemeinschaft für den Wissens- und Technologietransfer, Prof. Dr. Günther Tränkle, verwies auf die Bedeutung langfristig angelegter strategischer Partnerschaften von Forschungsinstituten mit der Industrie, um verwertbare Ergebnisse schnell in Produkte überführen zu können.
Im internationalen Vergleich habe Deutschland durchaus Nachholbedarf an privatem (Risiko-)Kapital, so Tränkle. Gerade in der aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise seien aber auch staatliche Unterstützungen denkbar, wie etwa ein Konjunkturprogramm, das nicht nur "in Beton" investiere, sondern auch in Köpfe. Dies könne zum Beispiel durch das zeitweilige Ausleihen von Personal an Forschungseinrichtungen aus Industrieunternehmer geschehen, wenn diese konjunkturbedingt Überkapazitäten haben. Ein weiteres Konjunkturprogramm stellte Meyer-Krahmer nicht in Aussicht, verwies aber auf das vielfältige Angebot des Staates an Fördermaßnahmen für Unternehmensgründungen. Diese könnten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Risikobereitschaft und das Engagement für den Weg aus der Forschung in die Selbstständigkeit von den Wissenschaftlern getragen werden müsse. Ein solcher war mit Dr. Björn Christensen auf dem Podium vertreten. Christensen hat seine Firma Analytix für Dienstleistungen auf den Gebieten der quantitative Marktforschung und statistischen Datenanalyse aus dem Kieler Institut für Weltwirtschaft heraus gegründet. Er berichtete unter anderem vom Praxisschock als Unternehmer, wenn es um so wissenschafts-untypische Dinge wie Kundenakquise geht.