Liebe Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer,

zur Klarstellung eines Vorschlages zur Finanzierung kostenloser Kindergärtenplätze möchte ich Ihnen folgende Argumentation mit auf den Weg geben.
Die FDP lehnt den Vorschlag des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück, das Kindergeld zu Gunsten kostenloser Kindergartenplätze zu finanzieren ab. Denn das trifft die einkommensschwachen Familien mit Kindern am meisten. Wenn der Bund kostenlose Kindergartenplätze will, weil frühkindliche Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Zukunftsinvestition ist, muss er dies aus Steuergeldern finanzieren. Der Bund sollte es aber nicht den Ländern und Kommunen aufbürden, die gerade in den neuen Ländern (besonders in Sachen-Anhalt) ihren Beitrag zur Finanzierung von Kinderbetreuungsplätzen leisten. Das letzte Kindergartenjahr kostenlos zu stellen, bedeutet im Klartext den Eltern den Beitrag frei zu stellen. Das heißt, dass der Bund eine Summe von rund 800 Mio. Euro finanzieren müsste.
Der Bundeszuschuss zur Rentenkasse beträgt ca. 78 Mr. Euro, das ist ein Drittel des gesamten Bundeshaushaltes!
Mit anderen Worten auf Grund der hohen Arbeitslosenzahlen und der geringen Beitragszahlungen wird die Rentenkasse aus Steuergeldern (!) bezuschusst. Dieser Bundeszuschuss wird in den nächsten Monaten sinken, auf Grund einer zu erwartenden "leichten" Konjunktur. Darüber hinaus wird es selbst bei einer zu erwartenden minimalen Lohnerhöhung zur Verbreitung der Beitragsbemessungsgrenze kommen. Das heißt wiederum, dass die Einnahmen durch die Rentenversicherungsbeiträge steigen und der Steueranteil (Bundeszuschuss) aus dem Haushalt sinken kann. In dem Zusammenhang habe ich empfohlen, darüber nachzudenken, aus diesem Anteil das letzte Kindergartenjahr zu finanzieren.
Es geht also überhaupt nicht um Rentenkürzungen. Des Weiteren gebe ich zu bedenken, dass allein 4,25 Mr. Euro für die Verwaltungskosten der Rentenkassen anfallen.
Es wäre auch ein Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit, denn wir wissen, dass diejenigen, die heute in die Rentenkasse einzahlen und Kinder erziehen, auf Grund der demographischen Entwicklung in Zukunft niedrigere Renten bekommen werden.
Die Union liebäugelt ja inzwischen mehr als genug mit einer Großen Koalition.
Wir müssen den Bürgern in den letzten Tagen deutlich machen, wer jetzt noch von Rot-Schwarz träumt, wacht morgen mit Rot-Rot auf. Eine solche Rückwärtsrolle wäre unbestritten schlecht für Sachsen-Anhalt.
Wir werden es packen, da bin ich mir sicher!
Glück auf Ihnen allen und toi, toi, toi für die bevorstehende Wahl.
Ihre