In der Öffentlichkeit ist er kaum bekannt. Doch Fred B. Irwin, seit 1991 Präsident der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer, zählt bei Industriellen und Bankern zu den einflussreichsten Interessenvertretern Deutschlands. Auf Einladung der stellv. Bundesvorsitzenden und Landesvorsitzenden Cornelia Pieper, besuchte er am Mittwoch (26. März 2008) das hallesche Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) und schrieb sich als Gast von Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados ins Gästebuch der Stadt ein. Zum anschließenden Liberalen Forum „Amerikanische Investitionen in Mitteldeutschland“ konnte ihn dann die FDP Halle in den Stadtwerken Halle begrüßen. Nach den Begrüßungsworten vom Hausherren Wilfried Klose und dem Kreisvorsitzenden Gerry Kley (MdL), sprach Fred B. Irwin über die Arbeit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer und die Investitionen Amerikanischer Unternehmer in Deutschland. Natürlich kam auch er nicht um die aktuellen Themen wie Wahlkampf in den USA und der aktuell niedrige Dollarstand und seine Auswirkungen herum. Im Rahmen der Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur Mitteldeutschlands wurden im Zeitraum 1991-2007 53 Projekte von amerikanischen Unternehmen z.B. in Sachsen-Anhalt mit 2,25 Mrd. Euro umgesetzt. Dabei investierten einige Unternehmen mehrfach. Genannt seien Beispielhaft: Coca Cola und Dell (in Halle), Nice Pack und Schwans (in Osterweddingen), Dow Chemical und Guardian Industrie (in Bitterfeld-Wolfen) und Puralube Inc. (in Zeitz). Die daraus resultierenden Dauerarbeitsplätze in Sachsen-Anhalt betragen mit 11.500 mehr als ein Viertel der durch ausländische Investoren geschaffenen Arbeitsplätze. Ein ähnlicher Investitionsumfang ist in Sachsen und Thüringen zu verzeichnen. Kann es hierbei noch Steigerungen geben, oder gilt das Interesse der Investoren jetzt Osteuropa? Wie sicher sind die geschaffenen Arbeitsplätze? Spielt Wissenschaft und Kultur in den Deutsch-Amerikanischen-Beziehungen auch eine Rolle? Die Amerikanische Unternehmen investieren weltweit am meisten in Deutschland, aktuell tun dies 2000 Firmen. Mitteldeutschland kann hierbei besonders durch seine Standortvorteile in den Bereichen Bildung und Forschung punkten. „Leider haben die Menschen aber zuviel Angst vor der Globalisierung“, stellte Irwin fest, „sie erkennen nicht welche Chancen damit auch verbunden sind“. Die grössten Chancen für Deutschland sieht Irwin in den Bereichen Wissen und Know-how Es muss möglich sein, auch ohne Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land, stolz auf sein Land zu sein. Wir können Dinge erreichen, die uns die Welt schon längst zutraut. „Investitionen in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen. Q-Cells ist auch deshalb nach Mitteldeutschland gekommen, weil wir hier ein gutes Fachkräftepotential vorhanden ist. Dies verpflichtet die Politik mehr in die Köpfe zu investieren“, so Cornelia Pieper.